Schwangerenvorsorge | Risikoschwangerschaft

Die Schwangerschaft ist eine der faszinierendsten Ereignisse im Leben einer Frau, eines Paares. In den meisten Fällen ist der Schwangerschaftsverlauf medizinisch unkompliziert. Ich führe sämtliche Vorsorgeuntersuchungen in der Praxis auf Basis der Mutterschaftsrichtlinien durch, ergänzt durch einige sehr sinnvolle Untersuchungen, die noch keinen Eingang in die Richtlinien genommen haben.

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose-Infektion wird durch ungewaschenen Salat oder auch durch Katzenkot übertragen. Sie äußert sich durch unspezifische Symptome, die einem grippalen Infekt ähneln, häufig in Verbindung mit Lymphknotenschwellungen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland hat bereits eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht und ist deshalb gegen diese Krankheit geschützt. Die Toxoplasmose kann in der Schwangerschaft das Kind schädigen, sofern die Infektion nicht erkannt und behandelt wird. Wir empfehlen daher jeder Schwangeren die Durchführung eines Tests als Screening, um den Immunstatus beurteilen zu können.

Parvovirus B19 (Ringelröteln)

Die Ringelröteln-Infektion, auch als »fünfte Kinderkrankheit« bezeichnet, verläuft häufig ohne Symptome oder mit denen eines grippalen Infektes. Nur jede fünfte Patientin zeigt den charakteristischen Hautauschlag. Etwa 60–70% aller Schwangeren sind gegen die Erkrankung immun. Da eine in der Schwangerschaft auftretende Ringelröteln-Infektion zu einer Schädigung des Kindes führen kann, empfehlen wir zu Beginn der Schwangerschaft die Durchführung eines Screeningtests, insbesondere, wenn Schwangere Kontakt zu Kindern haben.

Zytomegalie (CMV)

Zytomegalie gehört ebenfalls zu den häufigeren Infektionen in der Schwangerschaft. Die Infektion verläuft in der Regel für die Schwangere ohne wesentliche Symptome. Beim Kind kann die Infektion hingegen zu Schädigungen führen. Glücklicherweise erkranken aber nur sehr wenige Kinder infizierter Schwangerer. Wenn Sie wissen möchten, ob Sie immun gegen das Virus sind, können Sie einen Test durchführen lassen.

 

Zwischen 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswochen (SSW) (bevorzugt 13+2 SSW)

Ersttrimester-Screening

Eine weitere mögliche Untersuchung, die bisher nicht in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben ist, ist die Messung der sogenannten Nackenfalte (NT, Synonyme: Nacken-Transparenz, Nackenödem) durch Ultraschall. Die Messung muss exakt zwischen der 11. und vor Abschluss der 14. Schwangerschaftswoche erfolgen, nur dann sind die Messwerte verlässlich. Aus der Kombination von Alter der Schwangeren, Schwangerschaftsalter und dem Messwert kann ein individuelles Risiko für das Auftreten einer Trisomie 21, des sogenannten »Down-Syndroms« errechnet werden. Vielen Schwangeren erleichtert diese Untersuchung eine im weiteren Verlauf zu treffende Entscheidung hinsichtlich einer Fruchtwasserpunktion.

 

Ab der 9+0 Schwangerschaftswoche

Nicht-invasiver pränataldiagnostischer Test (NIPT)

Inzwischen ist es möglich, durch eine Blutabnahme bei der Schwangeren einige Chromosomenstörungen mit fast 100%iger Sicherheit auszuschließen. Den Nutzen, aber auch die Grenzen werden im Rahmen eines speziellen Beratungsgespräches erläutert.

 

Zwischen 18+0 und 22+0 Schwangerschaftswochen

Organultraschall (Feindiagnostik)

Bei dieser Untersuchung wird das Vorhandensein sämtlicher im Ultraschall sichtbarer Organe Ihres werdenden Kindes sorgfältig geprüft und vermessen. Hierdurch können die meisten Fehlbildungen ausgeschlossen werden. Da ich diese Qualifikation über meinen Schwerpunkt selber erworben habe, ist eine Untersuchung in einem der pränataldiagnostischen Zentren nicht notwendig. Da ich aber ein Anhänger des 4-Augen-Prinzips bin, habe ich einen sehr kompetenten Kollegen aus dem UKE in der Praxis, der diese Untersuchung zumeist durchführt.

 

Zwischen 24+0 und 28+0 Schwangerschaftswochen

Oraler Glukosetoleranztest

Etwa 5% aller Schwangeren erkranken an der Schwangerschaftszuckerkrankheit (Gestationsdiabetes). Die Erkrankung kann sich u.a. durch eine erhöhte Gewichtszunahme oder ein verstärktes Wachstum des Kindes bemerkbar machen. Deshalb ist es wichtig, die erhöhten Blutzuckerwerte bei Schwangeren frühzeitig zu entdecken.

 

Zwischen 34+0 und 37+0 Schwangerschaftswochen

Abstrich auf B-Streptokokken

Eine Infektion mit B-Streptokokken ist für die Schwangere zunächst ungefährlich. Bei der Geburt können die Bakterien allerdings auf das Kind übertreten und bei diesem zu schweren Infektionen führen. Ich empfehle daher die Durchführung eines Abstriches auf Streptokokken im letzten Schwangerschaftsdrittel. Bei einem positiven Abstrich gibt man während der Geburt ein Antibiotikum, um eine Infektion des Kindes zu verhindern.

 

3-D-Ultraschall

Ich bemühe mich während der gesamten Betreuung in der Schwangerschaft 3-D-Bilder anzufertigen, die ich Ihnen als Datei mitgebe.